Ausweis L: die Kurzaufenthaltsbewilligung
Der Ausweis L gilt für einen befristeten Aufenthalt, in der Regel unter einem Jahr, mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Ende 2025 hatten ihn 70’474 Personen (BFS). EU/EFTA-Staatsangehörige haben bei einer Stelle von drei Monaten bis einem Jahr Anspruch darauf; für Personen aus anderen Staaten gibt es 2026 ein Kontingent von 4’000 Bewilligungen.
Die Regeln
- EU/EFTA-Staatsangehörige brauchen für Arbeitsverhältnisse unter drei Monaten pro Kalenderjahr keine Bewilligung; sie werden über das Online-Meldeverfahren gemeldet. Bei einer Stelle von drei Monaten bis einem Jahr haben sie Anspruch auf den Ausweis L. (SEM)
- Für Personen aus Staaten ausserhalb von EU/EFTA legt der Bundesrat jedes Jahr Höchstzahlen fest: 2026 sind es 4500 Aufenthaltsbewilligungen B und 4000 Kurzaufenthaltsbewilligungen L, verteilt auf die Kantone und eine Reserve des Bundes. (Art. AIG 20, VZAE 19, VZAE 20)
- Familien von Personen mit Ausweis L kann eine Kurzaufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie zusammenwohnen, eine passende Wohnung vorhanden ist und keine Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen nötig sind. (AIG Art. 45)
- Mit der Abmeldung ins Ausland erlischt die Bewilligung. Ohne Abmeldung erlischt der Ausweis L nach drei Monaten, die Ausweise B und C nach sechs Monaten. Auf Gesuch kann der Ausweis C bis vier Jahre aufrechterhalten werden. (AIG Art. 61)
Personen mit Ausweis L seit 2010
Personen mit Ausweis L pro Kanton, Ende 2025
| Kanton | Personen | Anteil an allen Ausweisen |
|---|---|---|
| Aargau | 5’171 | 2,4 % |
| Appenzell Ausserrhoden | 82 | 0,8 % |
| Appenzell Innerrhoden | 35 | 1,6 % |
| Basel-Landschaft | 1’059 | 1,3 % |
| Basel-Stadt | 2’403 | 2,9 % |
| Bern | 6’240 | 3,1 % |
| Freiburg | 1’837 | 2,0 % |
| Genf | 4’180 | 2,0 % |
| Glarus | 471 | 4,0 % |
| Graubünden | 8’987 | 17,3 % |
| Jura | 131 | 1,0 % |
| Luzern | 2’353 | 2,4 % |
| Neuenburg | 1’147 | 2,3 % |
| Nidwalden | 241 | 2,8 % |
| Obwalden | 394 | 5,3 % |
| Schaffhausen | 565 | 2,1 % |
| Schwyz | 547 | 1,3 % |
| Solothurn | 2’055 | 2,7 % |
| St. Gallen | 1’601 | 1,1 % |
| Tessin | 1’895 | 1,7 % |
| Thurgau | 1’520 | 1,8 % |
| Uri | 563 | 8,6 % |
| Waadt | 5’613 | 1,9 % |
| Wallis | 11’858 | 10,8 % |
| Zug | 1’363 | 3,2 % |
| Zürich | 8’163 | 1,7 % |
Arbeitsbewilligung in der Schweiz: Regeln, Vorrang, Kontingente →
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Quellen: BFS: Demografische Bilanz und ständige Wohnbevölkerung nach Anwesenheitsbewilligung · AIG · VZAE · BüG · SEM · BFS px-x-0103010000_101 · SLI-2026-10-10.39
Häufige Fragen
Wie lange gilt der Ausweis L?
Er gilt für einen befristeten Aufenthalt, in der Regel unter einem Jahr; für EU/EFTA-Staatsangehörige entspricht die Gültigkeit der Dauer des Arbeitsvertrags (SEM).
Brauche ich für weniger als drei Monate Arbeit einen Ausweis L?
EU/EFTA-Staatsangehörige brauchen für Arbeitsverhältnisse unter drei Monaten pro Kalenderjahr keine Bewilligung; sie werden über das Online-Meldeverfahren gemeldet. Bei einer Stelle von drei Monaten bis einem Jahr haben sie Anspruch auf den Ausweis L.
Kann meine Familie mit Ausweis L mitkommen?
Familien von Personen mit Ausweis L kann eine Kurzaufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie zusammenwohnen, eine passende Wohnung vorhanden ist und keine Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen nötig sind.
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